360° Ansicht des rückseitigen Gartenabschnitts
Ein Garten der sieben Jahreszeiten
Mit dieser Website möchten wir unseren privaten Garten, seine Pflanzen, sein allmähliches Entstehen und, von Zeit zu Zeit, sein weiteres Werden vorstellen.
Viele unserer Besucher haben uns versichert, dass sie eigentlich eine Abneigung gegenüber Begonien hegen. Umso überraschter zeigten sie sich darüber, dass sie von der Schönheit der von uns in Ampeln und Kübeln kultivierten Sorten recht angetan waren. Auch wir selbst brauchten einige Zeit, um zu bemerken, dass diese Gattung noch anderes zu bieten hat, als die sattsam bekannten Semperflorens-Hybriden, die in Gartenschauen gelegentlich zu flächendeckender Einfallslosigkeit ausgebreitet werden.
Gartenbesuche
Weil wir oft danach gefragt werden: Besuchergruppen sind uns willkommen. Es wäre wünschenswert, wenn Sie Ihren Besuchstermin frühzeitig mit uns vereinbaren würden.
Der Name
Stauden sind ausdauernde, krautige Pflanzen - begrifflich unterschieden von Gehölzen, Halbsträuchern, Zweijährigen (Bianuellen) oder Einjährigen (Annuellen).
Unser Garten befindet sich in Wöllstein/Rheinhessen und wir kultivieren in ihm eine große Vielfalt an Stauden. Was könnte also näherliegen, als ihn unter dem Namen Wöllsteiner Staudengarten vorzustellen?
Außer Stauden, die zu dem wohl auffälligsten jahreszeitlichen Wandel in unseren Beeten führen, gedeihen hier selbstverständlich auch größere und kleinere Gehölze, zum Teil auch solche, die sich bei uns in einem Grenzgebiet ihrer Winterhärte bewähren müssen. Und neben Stauden, Sträuchern und Bäumen findet der Besucher weitere Pflanzengruppen wie Halbsträucher, Kletterpflanzen, Zwei- und Einjährige sowie manches andere mehr zu sehen.
Karl Foerster, 1874-1970, führte in seinem Buch Der Steingarten der sieben Jahreszeiten (1936) überzeugend Vorfrühling, Frühling, Frühsommer, Sommer, Herbst, Spätherbst und Winter als gärtnerisch bedeutsame Stationen des Gartenjahres auf.
Vom Garten der sieben Jahreszeiten ist hier deshalb die Rede, weil uns bei der Durchsicht der Abbildungen für diese Homepage bewusst wurde, dass sich in einer dementsprechenden Abfolge das vegetative Wechselgeschehen unseres Gartens genauer ins Auge fassen lässt als mit der landläufigen Vierer-Gliederung. Wohl unbewusst hatten wir uns dabei offenbar an das Steingarten-Buch Karl Foersters, des Nestors der gärtnerischen Staudenverwendung, erinnert, das wir vor langer Zeit gelesen hatten. Indem wir dessen Einteilung - mit einer geringfügigen Änderung - namentlich in unseren Galerien aufgreifen, möchten wir zugleich dem herausragenden Gärtner, bedeutenden Staudenzüchter und Gartenschriftsteller unsere Reverenz erweisen.
Kaum auszudenken, um wievieles ärmer unsere Gärten ohne die Pionierleistungen Foersters heute aussähen, dessen Bücher sich noch immer so erfrischend und erhellend lesen wie zum Zeitpunkt ihres ersten Erscheinens.
2010 - Dryopteris purpurella hat sehr viel Ähnlichkeit mit dem bekannteren Dryopteris erythrosora, dem Rotschleierfarn
Klimatisches
Der Wöllsteiner Staudengarten befindet sich in Rheinhessen, dem größten zusammenhängenden Weinanbaugebiet Deutschlands. Noch zwei Superlative dürfen wir anführen: Rheinhessen gehört zu den regenärmsten Regionen Deutschlands, und Wöllstein selbst zählt wiederum zu den Gemeinden mit den geringsten Niederschlagsmengen Rheinhessens.
2009 - Hemerocallis ‘Goldfinger’ (beim Ankauf im Jahre 2008 war die Sorte nach Auskunft des Züchters, Harald Juhr, nicht registriert)
Ein ausführlicher Eintrag zum Einfluss der Winterhärtezonen und kleinklimatischen Gartenbedingungen auf die Pflanzen findet sich im Gartenforum Garten-pur. Dass die Tiefsttemperaturen nicht alles sind, was über die Winterhärte der Gartenpflanzen entscheidet, ist einem erhellenden Aufsatz von Tony Avent zu entnehmen: Plant Hardiness Zone Maps - The Rest of the Story.
Für die Pflanzenauswahl von Bedeutung ist ferner, dass wir uns in der Winterhärte-Zone 7b befinden, was bedeutet, dass sich die kälteste Temperatur im langjährigen Durchschnitt zwischen −14,9 °C und −12,3 °C bewegt. Die besonderen kleinklimatischen Verhältnisse unseres Gartens erlauben uns darüber hinaus das eine oder andere Wagnis, und so probieren wir immer wieder - mit wechselndem Erfolg - Pflanzen aus, die bei uns winterhart sein könnten, obwohl sie nach den einschlägigen Tabellen in eine wärmere Klimazone gehören. Mancher Versuch geht einige Jahre gut, bis ein längerer oder auch härterer Winter ihm ein Ende setzt. Wir machen durch unsere Versuche aber auch Erfahrungen, die jeder Bücherweisheit trotzen, insofern gewisse Pflanzen, denen wir dies aufgrund unserer Lektüre selbst nicht zugetraut hätten, sich über Jahre hinweg durch überraschende Härte ausgezeichnet haben.
Die Website
Was unsere Homepage anbetrifft, so hoffen wir, sie so aufgebaut zu haben, dass sich ihre Struktur intuitiv erschließt. Der Besucher mag nach Lust und Laune darin stöbern. Sollte er dabei an Schranken stoßen, so wären wir für seinen entsprechenden Hinweis, auch Fragen und Kritik dankbar.
Wenn es uns gelänge, in ihm ein wenig der Freude, Neugier, lustvollen Ungewissheit und Phantasie zu wecken, die uns zu leidenschaftlichen Gärtner hat werden lassen, so würden wir uns freuen.
2005 - Eine wundervoll gefülltblühende Sorte des Siebenbürger Leberblümchens Hepatica transsilvanica ‘Elison Spence’ -
Motto
Hätten wir übrigens ein Motto unseres gärtnerischen Treibens, so müsste es lauten: Habe stets auch in gärtnerischen Belangen den Mut, deinen eigenen Verstand zu gebrauchen.